Beteiligung von 12 Kommunen an Pilotprojekt
Der Zuwendungsbescheid des Pilot- und Forschungsprojektes AQUA Abens wurde nun offiziell vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern an den Projektträger die Stadt Neustadt a.d.Donau übergeben. Die Stadt Neustadt a.d.Donau tritt stellvertretend für die ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) ABeNS auf. Die Bezeichnung AQUA steht für: Abens-Hochwasserschutz von der Quelle bis zur Mündung als Umweltgerechte Anpassungsstrategie.
„Seit den Hochwasserereignissen im Jahr 2013 wurden kleinere Maßnahmen vor Ort ergriffen, welche bereits 2024 ihre abmildernde Wirkung zeigten. Mit dem Projekt AQUA Abens soll der gesamte Flusslauf einbezogen werden, damit alle Abens-Anlieger auf zukünftige Hochwasserszenarien schneller und effektiver reagieren können“, so Thomas Memmel erster Vorsitzender der ILE ABeNS und erster Bürgermeister der Stadt Neustadt a.d.Donau.
An diesem interkommunalen Projekt beteiligen sich neben der ILE ABeNS und der ILE Hallertauer Mitte auch die beiden oberbayerischen Kommunen Rudelzhausen und Au i.d.Hallertau.
Zur ILE ABeNS gehören: Abensberg, Biburg, Neustadt a.d.Donau und Siegenburg.
Die ILE Hallertauer Mitte setzt sich zusammen aus: Mainburg, Aiglsbach, Attenhofen, Elsendorf, Train und Volkenschwand.
Franz Högl, erster Vorsitzender der ILE Hallertauer Mitte und erster Bürgermeister der Gemeinde Volkenschwand begrüßt das Projekt, da „der dezentrale Wasserrückhalt im Einzugsgebiet der Abens für die Menschen in der Region und auch für die Land- und Hopfenwirtschaft von großer Relevanz ist. Eine enge Abstimmung mit der Landwirtschaft ist durch die Zusammenarbeit mit den ILEn gegeben, denn die Akzeptanz des erarbeiteten Konzepts bei den Landwirten ist für die nachfolgende Realisierung in der Region entscheidend.“
Durch die Mitwirkung der zwölf Kommunen ist eine ganzheitliche Betrachtung des Flusses Abens von der Quelle bis zur Mündung möglich. „Das ALE Niederbayern fördert in diesem Zusammenhang die Erstellung eines fachlichen Konzepts zum dezentralen Hochwasserschutz und Wasserretention im Einzugsgebiet der Abens mit 75 %“, berichtet stellvertretender Amtsleiter Michael Kreiner.
Unter Einbezug bereits bestehender Konzepte und umgesetzter Maßnahmen im Projektgebiet wird die inhaltliche Umsetzung des Projektes durch die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) erfolgen. Eine Besonderheit des Projektes ist, dass neben den zwölf am Projekt involvierten Kommunen mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes Landshut, dem Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e. V. sowie dem Bayerischen Bauernverband Kreisverband Kelheim alle vor Ort agierenden Akteure zusammengebracht werden.
„Über eine Projektlaufzeit von 24 Monaten werden wir verschiedene Arbeitspakete (von der Identifikation der Gebiete, in denen das Wasser schnell oberflächlich abfließt und so das Hochwasser speist, bis hin zu Maßnahmen und deren Verortung in der Fläche für den dezentralen Hochwasserschutz) umsetzen und in enger Abstimmung mit den verschiedenen Akteuren vor Ort entwickeln. Der Mehrwert für den Hochwasserschutz und die Verbesserung der Bodenfeuchte liegt bei dem einzugsgebietsumfassenden Ansatz auf der Hand und soll für Bayern ein Pilotprojekt mit Beispielcharakter darstellen“, teilt Professor Dr. Markus Reinke, Landschaftsökologe bei der HSWT, mit.
Als Projektstart ist der 1. April 2026 anberaumt. Die vorläufigen Kosten für das zweijährige Projekt belaufen sich auf gerundet 194.188,00 €.
„Der interkommunale Projektcharakter ist ein sehr gutes Beispiel, wie durch Fördermittel des Freistaats die ländliche Entwicklung passgenau unterstützt werden kann“, ist das Schlusswort von Kelheims Landtagsabgeordneter Petra Högl, die auch amtierende Vorsitzende des Agrarausschusses des Bayerischen Landtags ist.