Neustadt an der Donau – Mit dem ersten Treffen der Steuerungsgruppe ist das Hochwasserprojekt AQUA Abens in die nächste Phase gestartet. Seit dem Projektbeginn Anfang April 2026 arbeitet das Projektteam der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) gemeinsam mit den dreizehn beteiligten Kommunen und Fachbehörden an einem Konzept für einen nachhaltigen und dezentralen Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Abens.
An der Sitzung nahmen neben vier Mitarbeitenden des Projektteams der HSWT ein Großteil der am Projekt beteiligten Bürgermeister teil. Darüber hinaus waren Vertreter des Amts für Ländliche Entwicklung Niederbayern, des Landschaftspflegeverbands Kelheim VöF, des Bayerischen Bauernverbands, weiterer Kommunen sowie die ILE-Umsetzungsbegleitung anwesend. Die hohe Beteiligung unterstreicht die große Bedeutung des Themas Hochwasserschutz für die Region.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung der bisherigen Projektergebnisse. Professor Dr. Markus Reinke und Professor Dr. Kristian Förster sowie zwei wissenschaftliche Mitarbeitende der HSWT präsentierten den aktuellen Arbeitsstand und gaben einen Überblick über die seit Projektstart bereits bearbeiteten Aufgaben.
Ein Schwerpunkt lag außerdem auf möglichen Maßnahmen des dezentralen Hochwasserschutzes. Vorgestellt wurden eine Maßnahmenübersicht sowie erste Bewertungen zur Flächeneignung und zur Akzeptanz durch die Bewirtschaftenden. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam mit Gebietskennern direkt an den Karten die örtlichen Gegebenheiten und brachten ihr lokales Wissen in die weitere Projektarbeit ein.
Im Rahmen der Diskussion wurde deutlich, dass der Naturraum entlang der Abens aufgrund seiner vergleichsweise geringen Waldanteile ein erhöhtes Potenzial für Hochwasserereignisse aufweist. Gleichzeitig gewinnt die Frage, wie Wasser und Bodenfeuchte möglichst lange in der Landschaft gehalten werden können, zunehmend an Bedeutung. Dieser Aspekt spielt sowohl für den Hochwasserschutz als auch für die Anpassung an den Klimawandel eine wichtige Rolle und ist ein zentraler Bestandteil des Projekts.
Ab Herbst 2026 startet die nächste Beteiligungsphase. In regionalen Workshops mit jeweils drei bis vier benachbarten Kommunen sollen die individuellen Situationen vor Ort, lokale Besonderheiten und mögliche Maßnahmen gemeinsam mit den Beteiligten diskutiert werden. Eingebunden werden neben den Kommunen unter anderem Feuerwehren, Bauernobmänner, Landwirte, Forstwirte und weitere Interessensvertretungen.
Auch die Steuerungsgruppe wird ihre Arbeit kontinuierlich fortsetzen. Geplant sind halbjährliche Treffen einer kleineren Kerngruppe.
Mit dem Projekt AQUA Abens setzen Wissenschaft, Kommunen und regionale Akteure gemeinsam auf einen vorsorgenden und dezentralen Hochwasserschutz. Durch die enge Zusammenarbeit und die Einbindung lokaler Expertise sollen langfristig wirksame und praxistaugliche Lösungen für die Region entwickelt werden.